Navigation durch Frankreichs Anti-Bestechungs- und Korruptionslandschaft: Ein umfassender Leitfaden für Unternehmen
Frankreich hat seinen Rahmen zur Bekämpfung von Bestechung und Korruption deutlich gestärkt, insbesondere mit der Einführung von Sapin II. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick für Unternehmen, die in Frankreich tätig sind oder mit Frankreich zusammenarbeiten, und erläutert zentrale Vorschriften, Compliance-Anforderungen und die Folgen bei Nicht-Einhaltung.

Understanding France's Evolving Anti-Bribery and Corruption Framework
Frankreich setzt sich seit langem für die Bekämpfung von Korruption ein, doch eine bedeutende Wende erfolgte mit der Verabschiedung des Gesetzes Nr. 2016-1691 vom 9. Dezember 2016, bekannt als Sapin II. Diese wegweisende Gesetzgebung brachte Frankreichs Anti-Bestechungs- und Korruptionsrahmen (ABC) in Einklang mit internationalen Best Practices, insbesondere mit denen der OECD Anti-Bribery Convention sowie dem US Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) und dem UK Bribery Act. Für Unternehmer und Unternehmen, die in Frankreich tätig werden oder ihre Aktivitäten dort ausweiten möchten, oder für jene, die mit französischen Stellen zusammenarbeiten, ist ein gründliches Verständnis dieses rechtlichen Umfelds nicht nur ratsam, sondern unerlässlich, um rechtliche und reputationsbezogene Risiken zu mindern.
Vor Sapin II wurden die Anstrengungen Frankreichs zur Korruptionsbekämpfung oft als unzureichend kritisiert. Das neue Gesetz führte jedoch ein robustes und umfassendes Maßnahmenpaket ein, das darauf abzielt, Korruption sowohl national als auch international zu verhindern und aufzudecken. Es erweiterte den Anwendungsbereich der Straftatbestände erheblich, verschärfte die Strafen und führte – entscheidend – proaktive Compliance-Pflichten für bestimmte Unternehmen ein. Zudem wurde die Agence Française Anticorruption (AFA) geschaffen, eine nationale Anti-Korruptionsbehörde, die mit der Überwachung und Durchsetzung dieser neuen Regelungen betraut ist, Leitlinien herausgibt und Kontrollen durchführt.
Key Pillars of the Sapin II Law
Das Sapin-II-Gesetz bildet den Eckpfeiler von Frankreichs modernem ABC-Rahmen und führt mehrere zentrale Bestimmungen ein, die Auswirkungen auf Unternehmen haben. Sein Hauptziel ist es, Transparenz zu erhöhen, Korruption zu bekämpfen und das wirtschaftliche Leben zu modernisieren. Das Verständnis seiner Kernbestandteile ist für eine wirksame Compliance unerlässlich.
Expanded Scope of Offences and Jurisdiction
Sapin II hat die Definition von Korruption und Bestechung sowie von Amtsanmaßung erweitert und umfasst nun sowohl aktive als auch passive Formen sowie Korruption im öffentlichen und privaten Sektor. Entscheidend ist, dass das Gesetz eine extraterritoriale Wirkung einführt, die es französischen Behörden ermöglicht, Korruptionshandlungen zu verfolgen, die im Ausland von französischen Staatsangehörigen, Einwohnern oder Unternehmen begangen wurden oder von ausländischen Personen oder Unternehmen mit erheblichem Frankreich-Bezug. Das bedeutet beispielsweise, dass eine von einer französischen Tochtergesellschaft in einem Drittstaat angebotene Bestechung unter die französische Zuständigkeit fallen kann.
Mandatory Compliance Programs for Large Companies
Eine der wirkungsvollsten Bestimmungen von Sapin II ist die Verpflichtung bestimmter Unternehmen, umfassende Anti-Korruptions-Compliance-Programme einzuführen. Diese Pflicht gilt für Unternehmen, die bestimmte Kriterien erfüllen:
- Companies with at least 500 employees.
- Companies belonging to a group of companies whose parent company has its registered office in France and whose workforce includes at least 500 employees.
- Companies with a consolidated turnover exceeding 100 million Euros.
Diese Unternehmen sind verpflichtet, acht spezifische Anti-Korruptions-Maßnahmen umzusetzen, die das Fundament eines belastbaren Compliance-Programms bilden.



